Darmbehandlung Hamburg

Darmgesundheit und ihre Bedeutung für die Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde.

Immer mehr Menschen klagen über Blähungen, Verstopfungen, Durchfälle. Auch wenn dies ein Thema ist, über das kaum jemand spricht. Das Wort Reizdarm ist in vielen Werbesendungen zu hören. Zahlreiche Menschen leiden darunter. Und dabei ist hier oft der Ausgangspunkt zahlreicher weiterer Erkrankungen zu finden. Diese reichen von Allergien, über chronische Entzündungen, Autoimmunerkrankungen oder Depressionen u.v.m. .   

Bereits seit tausenden von Jahren besteht in der traditionell chinesischen Medizin das Wissen über die Verbindung von Dickdarm und Nase. So endet der Dickdarm-Meridian an dieser.

Doch gibt es wirklich einen Zusammenhang? Wie sieht dieser aus? Und wie beeinflusst er eventuell Therapieentscheidungen?

In den kommenden Zeilen versuche ich Ihnen einen kleinen Überblick zu geben, um die Komplexität dieses Themas zu erahnen.

Das Mikobiom - Was ist das?

Das Mikobiom ist die sog. Schleimhautflora. Darunter versteht man alle Bakterien, welche die Schleimhaut eines Organs besiedeln.

Der wohl bekannteste Vertreter im Darm ist wahrscheinlich das Bakterium Escherichia coli. Neben diesem Vertreter existieren Schätzungen zufolge mehr als 500 verschiedene Arten dieser Bakterien in einem Menschen. Diese bilden ein in sich verwobenes System und sind keineswegs als negativ anzusehen. Vielmehr braucht der Mensch diese Bakterien, um zu überleben.

Darmgesundheit
Wozu brauchen wir ein Mikrobiom?

Ich möchte hier nur einen kurzen Abriss zu den möglichen Funktionen und den möglichen Folgen einer gestörten Funktion des Mikrobioms geben. Die hohe Anzahl verschiedener Arten an Bakterien im Darm zeigt, wie Komplex dieses System ist und wie zahlreich deren Funktionen sein können. Eine gestörte Darmflora kann daher eine Vielzahl an Symptomen mitbedingen, triggern oder ggf. erst auslösen.

Hierzu zählen Störungen im Knochenaufbau, der Blutgerinnung oder auch der Zellwachstumsregulierung durch Beeinträchtigung bzw. Mangel an Baktieren, welche zur Vitaminsynthese und in diesem Beispiel Vitamin K2-Synthese beitragen.

Andere Bakterien wiederum ernähren die Darmschleimhaut und erhalten die Dichtigkeit der Darmwand. Ist diese Darmbarriere gestört, sprechen wir von einem „leaky gut“ – einem durchlässigen Darm. Diese Störung ist bei zahlreichen chronischen Darmentzündungen zu sehen. Untersucht man hier die Darmflora, kann häufig ein Fehlen der für den Darm notwendigen Darmbakterien festgestellt werden. Auch spielt dieses Phänomen bei Autoimmunreaktionen und Allergien eine wichtige Rolle. Fremdstoffe, die über die Nahrung aufgenommen werden, können bei fehlender Darmbarriere schneller in den Körper gelangen und so das Immunsystem triggern. Ist das Immunsystem überreizt kann dies evtl. Erkrankungen triggern oder verschlechtern.

Auf diese Immunreaktionen nehmen wiederum andere Darmbakterien Einfluss. Sind diese Darmbakterien gestört, können wiederum Immunreaktionen verstärkt auftreten und z.B. Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder sogar Allergien entstehen. Ob dies Eintritt oder nicht, hängt meistens vom Ausmass der Schädigung der Darmflora und anderen Kofaktoren ab.

Damit alle Bakterien im Darm und die Darmschleimhaut optimal ernährt werden können, benötigen sie weit mehr als nur die Nahrung, welche wir jeden Tag zu uns nehmen. Sie benötigen verarbeitete Nahrungsbestandteile direkt aus dem Darmlumen, welche die Stoffwechselendprodukte wiederum anderer Bakterien sind. Hierzu zählt u.a. die Buttersäure. Ohne diese kommt es zu Veränderungen der Darmschleimhaut und des Mikrobioms.

Eine weitere Funktion von Darmbakterien ist die Herstellung des richtigen pH-Wertes im Darm. So sorgen Milchsäurebaktieren für eine Ansäuerung des Darmmilieus, um z.B. das Wachstum von Pilzen zu verhindern oder auch die Funktionalität von Enzymen positiv zu beeinflussen, welche aus der Bauchspeicheldrüse ausgeschüttet werden. Diese können nur in einem begrenzten pH-Rahmen optimal arbeiten. Ist der pH-Wert zu hoch oder zu niedrig, können Verdauungsfunktionen nicht mehr richtig stattfinden und es kommt z.B. zu Blähungen bis hin zu Durchfällen.

Um die Komplexität des Systems weiter zu steigern, produzieren Darmbakterien auch einen Neurotransmitter namens GABA (Gamma-Amminobuttersäure). Dieser hat Einfluss auf das Angst- und Depressionszentrum und wirkt dämpfend über den Vagusnerv auf das zentrale Nervensystem. Eine Störung in diesem Bereich kann so ggf. zu Kopfschmerzen und Depressionen beitragen.   

Dies sind nur einige der wichtigsten Funktionen des Mikrobioms. Treten Veränderungen innerhalb dieses Systems auf z.B. durch Antibiotika, Schwermetalle, Stress etc., können hierdurch zahlreiche Störungen auftreten und verschiedenste Symptome ausgelöst werden.

Was hat der Darm nun mit der Hals-, Nasen- & Ohrenheilkunde zu tun?

Sowohl die Nasennebenhöhlen als auch die Mundhöhle und der Rachen sind durch ein Mikrobiom geprägt.

Die Rachenflora kann dabei einen Einfluss auf das Entstehen von Karies haben. Auch können Stoffwechselprozesse der Mund- und Rachenflora zu Mundgeruch dem sog. Foetor führen.

Im Bereich der Nasennebenhöhlen sind in neueren Studien die Beeinflussung von chronischen Nasennebenhöhlenentzündungen sog. Sinusitiden durch die vorliegende Nasenflora beschrieben. Der genaue Pathomechanismus ist dabei noch unbekannt.

Wie auch die Darmflora sind die Bakterien der Nase und des Mund-Rachen-Raumes täglichen Einflüssen von außen ausgesetzt. Das wichtigste Ereignis ist hierbei die Nahrungsaufnahme. Je nach Nahrungsangebot profitieren Bakterien oder werden in Ihrer Funktion beeinträchtigt. Weiterhin können Einflüsse wie Nasenspülungen, Antibiotikaeinnahme oder auch Zigarettenrauch Einfluss auf die Schleimhäute und die darauf lebenden Bakterien nehmen. Kommt die natürliche Besiedlung des Nasen- oder auch Mund-Rachen-Raumes aus der Balance, kann es zu Fehlbesiedlungen kommen. Folge können Pilzinfektionen oder auch die Ausbreitung von bzw. eine Anfälligkeit für pathologische Keime sein.

Die unterschiedlichen Bakterienstämme scheinen also ähnlich der Darmflora eine entscheidende Rolle in der Balance der Nasen- und Mund-Rachenflora zu spielen. Dies ist wichtig für die therapeutischen Möglichkeiten.

Wie kann man diese Erkenntnisse nutzen?

Wie auch im Darmbereich kann man gezielt einzelne Bakterienstämme in die Therapie einbinden. Hierzu ist die genaue Kenntnis über die einzelnen Funktionen der verwendeten Mikrobiota notwendig. Ebenso ist die Kenntnis über die anatomischen Aufbau der Schleimhaut und deren Funktionalität von großer Bedeutung, um das Milieu für die Nasen- und Mund-Rachen-Flora optimal zu gestalten, damit auch die erstgenannte Therapie einen langanhaltenden Effekt zeigt.

Zusätzlich kann über eine Darmsanierung ebenfalls ein Effekt auf die Nasennebenhöhlen erzielt werden. Dieser kann durch komplementäre Therapieansätze wie z.B. durch Akupunktur und naturheilkundliche Präparate unterstützt werden.

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